Guide · Kirmes

Kirmes im Rheinland: die größten Jahrmärkte Nordrhein-Westfalens

Von der Cranger Kirmes bis zur Rheinkirmes Düsseldorf: die Kirmes-Tradition Nordrhein-Westfalens, mit echten Terminen für 2026.

Kirmes ist das rheinische und westfälische Wort für Jahrmarkt, ursprünglich von „Kirchweih" abgeleitet, dem Fest zur Weihe einer Kirche, aus dem sich über Jahrhunderte ein weltliches Volksfest mit Fahrgeschäften entwickelt hat. Nordrhein-Westfalen hat davon so viele, dass in manchen Wochen im Sommer gleich mehrere gleichzeitig laufen. Diese Tour zeigt die größten und ein paar besonders eigene.

Die Riesen: Crange, Düsseldorf und Neuss

Die Cranger Kirmes in Herne ist mit rund 50 Fahrgeschäften und freiem Eintritt das größte Volksfest Nordrhein-Westfalens, ein Fest, das eher an einen ganzen Jahrmarkt-Kontinent erinnert als an eine einzelne Kirmes. Die Rheinkirmes Düsseldorf, direkt am Rheinufer im Stadtteil Oberkassel gelegen, ist die größte Kirmes am Rhein und bekannt für ihr großes Feuerwerk. Das Neusser Bürger-Schützenfest verbindet die Kirmes-Tradition mit einem der größten Schützenfeste Deutschlands, inklusive historischem Festzug.

Frühjahrs- und Sommerkirmes im Ruhrgebiet und Rheinland

Im Ruhrgebiet reiht sich Kirmes an Kirmes: die Sterkrader Fronleichnamskirmes in Oberhausen, die Bottroper Karnevalskirmes, die als eine der wenigen Kirmesse im Winter stattfindet, die Dattelner Frühjahrskirmes und die Waltroper Frühjahrskirmes. Am Niederrhein sorgen die Sprödentalkirmes und die Pantaleons-Kirmes in Krefeld sowie die Klever Kirmes in Kleve für ein dichtes Programm zwischen Frühjahr und Sommer.

Im Rheinland selbst sind die Große Rheydter Frühkirmes in Mönchengladbach, die Fronleichnamskirmes Viersen und die Siegburger Kirmes Wolsdorf feste Termine im Festkalender, oft an kirchliche Feiertage wie Fronleichnam gekoppelt, was die Herkunft des Wortes Kirmes noch heute erkennbar macht.

Herbst- und Spätjahrskirmes

Zum Herbst hin ziehen die Termine weiter: die Herbstkirmes Rheine und die Bocholter Kirmes im Münsterland, die Castroper Herbstkirmes und die Moerser Kirmes im Ruhrgebiet, sowie die Burgkirmes Erkelenz mit ihrer Kulisse rund um die historische Burg. Den Abschluss des Kirmes-Jahres markiert oft die Martinikirmes Dinslaken im November, benannt nach dem Martinstag, der in vielen rheinischen Städten mit Laternenumzügen gefeiert wird.

Wer eine Kirmes zum ersten Mal besucht, sollte wissen: Anders als ein Weihnachtsmarkt ist eine Kirmes in erster Linie ein Fahrgeschäft-Jahrmarkt, mit Autoscooter, Kettenkarussell und Losbuden im Zentrum, nicht mit Kunsthandwerk oder Glühwein. Reibekuchen mit Apfelmus gehört dabei zum festen kulinarischen Programm, fast so sehr wie die Fahrgeschäfte selbst.

Woher der Name kommt

Das Wort Kirmes ist eine rheinisch-westfälische Verschleifung von Kirchweih oder Kirchmesse, dem Fest zur Weihe einer Kirche, das im Mittelalter mit einem weltlichen Jahrmarkt vor der Kirchentür kombiniert wurde. Über Jahrhunderte hat sich der religiöse Anlass verselbstständigt, und heute ist die Kirmes in den meisten Städten ein rein weltliches Fest, auch wenn Termine wie die Fronleichnamskirmes noch an ihren kirchlichen Ursprung erinnern.

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