Ein Weinfest im Januar gibt es in Deutschland nicht, dafür sorgt die Natur: Winzerfeste feiern die Ernte und den jungen Wein, und beides braucht seine Saison. Zwischen Mai und Oktober aber verdichtet sich der Kalender an Rhein, Mosel, Main und anderswo so stark, dass an fast jedem Wochenende irgendwo in Deutschland ein Weindorf aufgebaut wird. Hier ist der Überblick, Monat für Monat, mit echten Terminen für 2026.
Mai: die ersten Weinfeste des Jahres
Sobald die Reben austreiben, öffnen die ersten Weindörfer. Im Rheingau macht das Rheingauer Weinfestival in Eltville den Anfang, während im Taunus das Rheingauer Weinfest in Idstein und die Bad Sodener Weintage den Frühling einläuten. In Unterfranken feiert das Nordheimer Weinfest in Nordheim am Main den Beginn der Saison am Main.
Juni: Franken und Hessen im Weinfieber
Im Juni verdichtet sich der Kalender vor allem in Franken und Hessen: das Kitzinger Promenaden-Weinfest und das Lichtenfelser Weinfest in Bayern, dazu der Bergsträßer Weinmarkt in Heppenheim, das Braunfelser Weinfest und das Büdinger Weinfest in Hessen. An der Mosel startet mit dem Weinfest der Zeller Schwarzen Katz eines der bekanntesten Weinfeste überhaupt, benannt nach dem legendären Wein-Etikett mit der schwarzen Katze.
Juli: Hochsaison an Main und Mittelrhein
Juli ist der verrückteste Monat im Weinkalender. Allein in Unterfranken öffnen binnen wenigen Wochen das Iphöfer Winzerfest, das Sommeracher Weinfest, der Karlstadter Stadtwein, das Altmain-Weinfest in Sand am Main, das Marktbreiter Weinfest und das Randersackerer Uferweinfest, praktisch ein Weinfest pro Ortschaft entlang des Mains.
Am Rhein und an der Mosel ist es nicht ruhiger: das Hochheimer Weinfest in Hessen, das Niersteiner Winzerfest und das Olewiger Weinfest in Rheinland-Pfalz, dazu das Duisburger Weinfest als nordrhein-westfälischer Ausreißer weit weg von den Weinbergen, aber nicht weniger beliebt.
August: die großen Namen
Im August feiern die bekanntesten Weinfeste Deutschlands: das Rüdesheimer Weinfest und die Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden zählen zu den Klassikern im Rheingau, während der Mainzer Weinmarkt als einer der größten Weinmärkte Deutschlands gilt. An der Mosel sorgt das Heimat- und Weinfest in Cochem für Programm zwischen Reichsburg und Flusspromenade, in Rheinhessen zieht der Oppenheimer Weinfest Besucher an, und die Deidesheimer Weinkerwe an der Deutschen Weinstraße gehört zu den traditionsreichsten Weinkerwen der Pfalz.
Auch außerhalb der großen Weinregionen wird gefeiert: das Naumburger Weinfest in Sachsen-Anhalt und das Thüringer Weinfest in Bad Sulza zeigen, dass Weinbau auch in Mitteldeutschland Tradition hat.
September und Oktober: der Weinherbst
Zum Herbst hin wird aus dem Weinfest der Weinherbst. Das Weinfest der Mittelmosel in Bernkastel-Kues und das Saarweinfest in Saarburg feiern die Mosel-Saar-Region, während der Alzeyer Winzerfest und der Fröhliche Weinmarkt in Traben-Trarbach den Übergang in den Herbst markieren. In Franken schließt der Escherndorfer Weinherbst die Saison am Main, mit dem Wort „Herbst“ statt „Fest“ im Namen, wörtlich die Weinlese selbst als Anlass zum Feiern.
Wer im Winter weiterfeiern will, muss die Kategorie wechseln: Auf den Weihnachtsmärkten übernehmen Winzergenossenschaften oft die Glühwein-Stände, aber das ist dann schon ein anderes Kapitel.